Sonntagsbrief

Sonntagsbrief an meine Freunde                     Oktober, der 8. im Jahr 2017

Nach dem nicht stattgefundenen Mittagessen saß ich eine kleine Weile vor der Glotze,
während mein Mann zum Fußball eilt. Und Bersenbrück hat nicht enttäuscht. Gewann gleich 5 zu 1.



Doch während ich so fern seh glotz, merk ich das nicht richtig ist.
Und ein Gedicht will schnell ans Licht:
                                                          
                                                
Weite Welt

Weite Welt in meinem Kopf
das Universum passt in mein Wohnzimmer
alles nicht ganz echt
abgekuckt
gefilmt
geschnitten
aufbereitet
eingemacht
aufgelegt
konsumiert
wie ein Wurstbrot
die weite Welt in meinem Kopf
und das unendliche Universum
in meinem Wohnzimmer abgestürzt


Bevor ich in den Garten geh, schreib ich es auf. Für Dich für mich und für den Blog.

                                                              
Echte weite Welt

Mein Garten
der Wald
durchatmen
Pilze suchen
nicht sammeln
Lebensgefahr
nicht beim Sammeln
beim Essen




Giftiges gefunden
und gesunde Vitambomben
in rot und schwarz





Vogelnest orkanfest


Totes Holz lässt sich beleben
von Moos und witzigen Erdbeerranken




Späte Lilien versinken im Grün ihrer Nachbarschaft

im Teich buntes Leben, Fisch Paulchen im Abseits




Storchenschnabel gezähmte Schönheit
Storchenschnabel geduldete Wildheit


Dahlie winterhart überlebt im Hochbeet
seit Jahren Eis und Schnee 
 

Moos erobert nicht nur Holz

Pferdchen schaut zum hellen Grün
müde von dem Fußballspiel


Mein Salat in grün-orange
scharf und fein, ganz ohne Soße
in den Mund direkt vom Strauch


Sei willkommen, wenn du kommst

Segne jeden Augenblick
in dem alten Bauernhaus
wo der Kachelofen bollert

Auch an Vorrat ist gedacht

Sonntagsruhe auch im Hof 
 

Fette Henne


Alter Hund 

Sonnenschein

Dickes Schaf

König Frosch am Biotop

Ziegenherde schaut mich an

Kunst vom Hof ist recht massiv

Kunst wächst hier ganz von alleine
es braucht nur ein wenig Zeit


Gibt auch wirklich seltsam Sachen
in dem tiefen dunklen Wald 
 

Unterm Ahorn liegen Blätter
Canada läßt grüßen mich
Onkel Ernie, Tante Hildchen
ach wie schnell verging die Zeit


Durch den Wald komm ich zur Hase
unser Fluß ist wieder voll


Dauerregen macht uns Sorgen
Blick zum Himmel hoffnungsschwer

Blick nach Norden
Ach du lieber Himmel
wer hat dich so angemalt?


Abendfriede an dem Wasser
kleine Astern blühen schön


Soledo heißt das große Pferd
fühlt sich wohl trotz eingeschränkter Freiheit


Schubert sich an alter Buche
die das aber gar nicht juckt


Kleines Pferd und großes Pony
stehen trocken, gut beschützt 
 

Endlich wieder schaut sie fröhlich
lange war die kranke Zeit


Hufschmerz ist wie dolles Zahnweh
doppelt aber anzusehen


Noch ist Diät streng angesagt,
damit sie an Gewicht verliert.
Ein wenig Stroh als Zwischenmahlzeit ist erlaubt


Doch jetzt die Gummistiefel aus
und Rücken an den warmen Ofen

Schaut man zum Küchenfenster raus
sieht der wilde Garten friedlich aus


Und ich, ich geh an den Computer
und schreib Dir diesen langen Brief 

Der Sonntag ist gleich um
doch ich hab es geschafft,
der Sonntagsbrief ist im Kasten
Viel Spaß damit 







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